Das Schreiben und Coachen

Ich war selbst 11 Jahre in der Bütt und weiß was es heißt, vor einem vollen Saal zu stehen.
Ich hatte Erfolg wo ich keinen erwartete, ich freute mich, wo ich Erfolg bekam und ich wartete auf Applaus wo keiner kam. Freilich ich machte es mir nicht leicht, denn gerade beim Protokoll muss man manchmal Themen anpacken, die nicht unbedingt witzig sind.

Ich habe viele Rollen gespielt und vieles ausprobiert. Ich habe mit dem Publikum gespielt, ich habe Reaktionen getestet, ich habe gezittert, ich habe gebebt, ich habe gekämpft, ich habe gehofft, ich habe triumphiert und ich habe auch verloren !
Ich habe das Publikum geliebt, wenn es auf meiner Seite war, ich habe das Publikum bedauert, wenn es nicht zuhörte und sich damit selbst um das Vergnügen brachte. In einigen wenigen Fällen hätte ich das Publikum am liebsten auf den Mond geschossen, weil ich mich unfair behandelt und unverstanden fühlte.
Doch jede Niederlage macht einen nur stärker ! Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren !

 

   
Und so habe ich mich vor einigen Jahren entschlossen, mein eigen Fleisch und Blut, meinen Sohn Marco auf die Bühne zu lassen, den Kampf aufzunehmen und dem oftmals "gnadenlosen" Publikum zum Fraß vorzuwerfen ! 

Wer kann das verstehen ?

Nach reiflichen Überlegungen und aus Liebe zur Fasnacht habe ich mich entschlossen, die Herausforderung anzunehmen und zu beweisen, dass wir Fasnachter einfach einzigartig und nicht unter zu kriegen sind ! Kleiner Nebeneffekt aus erzieherischer Sicht. Auch mein Sohn wurde stärker, feierte Erfolge, steckte Niederlagen weg und lernte mit unfairer Behandlung und Berichterstattung umzugehen.

Ich führte ihn in den Kreis der Fasnachtskünstler ein und lehrte ihn das Leben "hinter" den Kulissen und "auf" der Bühne. Wir waren gemeinsam auf Schulungen und holten uns so den letzten Schliff für die Bretter, die die Narrenwelt bedeuten. Ich führte ihn in die Geheimnisse des Vertragsmanagements ein und lehrte ihn zwischen zuverlässigen und windigen Veranstaltern zu unterscheiden. Ich vermittelte ihm darüber hinaus die Bedeutung des Ehrenamtes und die Verpflichtung zum sozialen Engagement im Sinne unserer Fasnachtstradition. Es bedurfte keiner großen Anstrengung meinerseits, denn er ist von sich aus und aus dem Gefühl heraus schon längst auf dem richtigen Gleis und engagiert sich so, wie man das von einem ordentlichen Fasnachter alter Tradition erwartet. 

Wir reisten von Veranstaltung zu Veranstaltung. Ich lernte meinem Sohn mit Stress umzugehen und zeigte ihm, was mit richtigem Zeitmanagement alles zu schaffen ist. Ich führte ihn an die Grenze seiner Belastbarkeit und zeigte ihm, dass man mit seiner Gesundheit verantwortungsvoll umgehen und mit seinen Kräften vernünftig haushalten muss.

Wir waren auf angenehmen Veranstaltungen wie großen Prunksitzungen und Kappenabenden (so genannten Selbstläufern), wo der Erfolg bereits vorprogrammiert war.

Wir waren aber auch bei hilfsbedürftigen Menschen in Pflegeheimen, Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen und freuten uns, wenn wir bei Menschen, die nicht unbedingt auf der Sonnenseite des Lebens stehen, ein Lächeln in die vergrämten Gesichter zaubern konnten. Diese Erfahrungen möchten wir, glaube ich, Beide nicht missen.

Ich bin stolz auf meine Söhne. Auf Marco, weil er Menschen begeistern kann, einen perfekte Auftritt mit der nötigen Power und dem ihm angeborenen Mutterwitz abliefert und bei all seinem Erfolg nicht die Bodenhaftung verliert.

Und auf meinen Sohn Sascha, weil er der besonnene, liebenswerte und zuverlässige Mann im Hintergrund (Regie) ist, auf den man sich verlassen kann und der bei all der Hektik einer Veranstaltung den Durchblick und die Übersicht behält.

Mein Sohn Marco als Prinzessinnenbegleiter .....

... als Urlaubsfan....

 .... und als Ali Döner.